Rechtsanwaltskanzlei Bock
Werkmeisterstr. 41
47877 Willich

Home  >  News  >  Bußgelder

Gericht senkt Bußgeld von 1&1 deutlich

1. Dezember 2020

Wie wir berichtet hatten, wurde gegen das Telekommunikationsunternehmen 1&1 ein Bußgeld in Höhe von 9,6 Millionen Euro von der zuständigen Aufsichtsbehörde BfDI (Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit). In dem Fall ging es damals darum, dass man über die Hotline Auskünfte ohne Kennwort erhalten konnen und das Unternehmem als ausreichende Legitimatmion nur den Namen und das Geburtsdatum ausreichen ließ. In diesem Authentifizierungsverfahren sah der Bundesdatenschutzbeauftragte einen grob fahrlässigen Verstoß gegen Artikel 32 DSGVO. Daran konnte man eindringlich sehen, dass auf die Missachtung technischer und organisatorischer Sicherheitsaspekte ernsthafte Probleme, nämlich u.a. Bußgelder verursachen kann.

Nun hat das Landgericht Bonn das Internetunternehmen wegen des Datenschutzverstoßes verurteilt, die ursprünglich verhängte Geldbuße von 9,6 Millionen Euro aber auf 900.000 Euro herabgesetzt. Nach Aussage des Gerichts handele sich nur um einen geringen Verstoß, der nicht „zur massenhaften Herausgabe von Daten an Nichtberechtigte“ geführt habe. Da die über Jahre bei 1&1 geübte Authentifizierungspraxis bis zu dem Bußgeldbescheid nicht beanstandet worden sei, habe es dort an dem notwendigen Problembewusstsein gefehlt. Für 9,6 Millionen reicht der Verstoß jedenfalls nicht aus.

Trotz abgesenkter Strafe sah sich der BfDI durch das Urteil jedoch vom Gericht bestätigt. Wir denken 1&1 wird es trotzdem freuen und dass damit die generelle Bußgeldberechungspraxis, die hauptsächliich auf den Konzenumsatz abstellt, in Frage gestellt wird, steht auf einem anderen Blatt. Zu der Praxis kann man sich hier ein Video auf Youtube ansehen.

 

 

 

 

Weitere Artikel

13. Mai 2026

Studie DiRK 2026 Digitalisierung im Raum der Kirchen (auch zur Nutzung von KI)

Eine Studie, die sich mit dem Thema »Digitalisierung im Raum der Kirchen« und hier insbesondere auch mit der Frage des Einsatzes von künstlicher Intelligenz beschäftigt hatte, brachte u.a. interessante Ergebnisse im Bereich KI hervor. Für 42 Prozent der befragten Kirchenmitarbeiter und Kirchenmitarbeiterinnen ist der Einsatz von KI in ihrer Organisation »(noch) kein Thema«, 45,7 Prozent…

Zum Artikel
22. März 2024

Durchführung des CyberRisikoChecks nach DIN SPEC 27076

Gestern habe ich an der ersten Präsenz Schulungsveranstaltung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn teilgenommen. Die Cyber-Risiko-Checks mit der vom BSI den Teilnehmer, die die erforderlichen Qualifikationen haben müssen, zur Verfügung gestellten Software können jetzt losgehen. https://www.bsi.bund.de/DE/Service-Navi/Presse/Pressemitteilungen/Presse2024/240323_CyberRisikoCheck.html Geplant ist, dass die Prüfung online im Rahmen eines semistrukturierten Interviews durchgeführt. Semistrukturiert soll…

Zum Artikel
22. Feb. 2024

BayLDA kontrolliert die Prüfung von DSFA-Schwellwerten in Unternehmen

Unternehmen in Bayern müssen mal wieder mit einer schriftlichen Prüfung der Landasdatenschutzbehörde BayLDA rechnen. Aktuell führt die Aufsichtsbehörde eine Prüfung der korrekten Bestimmung zur DSFA-Durchführung („DSFA-Schwellwertprüfung“) bei Hochrisikoverarbeitungen in einer schriftlichen Verfahrensprüfungen durch. Nach Angaben des BayLDA werden zufällig ausgewählte Verantwortliche zu den Einträgen im Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten (Art. 30 DSGVO) befragt, bei denen die…

Zum Artikel